Elektrizität
Den größten Teil seiner Geschichte hat die Menschheit ohne Elektrizität verbracht. Als Lichtquelle dienten die Sonne und Kerzen, als Fortbewegungsmittel dienten Pferde und „Schusters Rappen“, Maschinen, soweit es überhaupt solche gab, mussten mit Muskelkraft oder den in der Natur vorhandenen Kräften angetrieben werden.
Seine erste Massenverbreitung fand der elektrische Strom erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung des elektrischen Lichts und die Verbreitung von Straßenbahnen. Damit blickt die Menschheit gerade mal auf eine knapp 150 Jahre währende Geschichte der Elektrizität zurück, und dennoch kann sich kaum jemand die Auswirkungen ausmalen, die ein Ausfall der Elektrizität mit sich bringen würde. Ein Stoff aus dem düstere Endzeit-Kinofilme gemacht sind.
Alle Bereiche unseres Lebens sind Elektrifiziert. Unsere Unterhaltung, man denke nur an Radio und Fernsehen, unzählige Haushaltgeräte machen uns das Leben in der Küche einfacher, unsere Kommunikation, das Telefon, das Handy und in immer größer werdenden Umfang der Computer. Ganz abgesehen von Aufzügen, elektrischen Türen, Rolltreppen und Klimaanlagen. Geräte, an die wir uns gewöhnt haben und die wir mittlerweile als selbstverständlich ansehen. Geräte, die aber andererseits den Energiebedarf der Erdbevölkerung immer weiter steigen lassen.
Und genau darin liegt auch das Problem. Die Erzeugung von Elektrizität ist meist mit unangenehmen Nebeneffekten verbunden. Die Verbrennung fossiler Energieträger, wie Erdöl oder Erdgas, führt zu CO²-Emissionen, die Schäden an der Umwelt verursachen und mit für den Treibhauseffekt verantwortlich ist. Atomenergie hingegen verursacht keine CO²-Emissionen, dafür ist die dabei entstehende radioaktive Strahlung für den Menschen höchst gefährlich. Die möglichen Folgen eines Unfalls in einem Kernkraftwerk konnte man im Jahre 1986 beim Reaktorunglück in Tschernobyl sehen. Zudem strahlt das Radioaktive Material viele hundert Jahre eine Gefahr für Menschen dar, weil die Radioaktivität nur sehr langsam zerfällt. Das Problem der Endlagerung ist immer noch nicht gelöst, auch wenn es dazu viele Vorschläge gibt, vom Weltraum über die Antarktis bis zur Versenkung in einem Salzstock. Selbst die Erzeugung von Strom durch regenerative Energiequellen hat häufig noch irgendeinen massiven Nachteil.
Und genau durch dieses Spannungsfeld zwischen steigendem Energiebedarf und knappen Energieressourcen steigen die Energiepreise immer weiter an. Vielfach wird dabei über geheime Preisabsprachen zwischen den Energieversorgern spekuliert. Da man selbst allerdings keinerlei Einfluss auf die Energiepreise hat, kann der Ausweg nur sein, Wege zu finden sinnvoll und effizient Energie einzusparen.
Literatur:
Breuer, Hans: dtv-Atlas Physik. Band 2. Elektrizität, Magnetismus, Festkörper, Moderne Physik, München 2005.
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